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Alexander G. Bell und das Telephon

Bell spricht in ein Telefon

Bereits 1861 hatte der deutsche Lehrer Philipp Reis einen funktionsfähigen Fernsprecher erfunden, sich jedoch mit der Erfindung an sich begnügt, statt sie weiterzuentwickeln. Wenig später experimentieren auch Elisha Gray und Antonio Meucci in den USA an fortgeschritteneren Vorhaben, Töne über elektrische Leitungen zu übertragen.

Er konstruierte damit den "Phonautographen", ein Gerät, das die Vibrationen des Schalls auf einem berußten Zylinder aufzeichnete.Um 1873 versuchte Bell, einen "harmonischen Telegraphen" zu entwickeln, der durch Benutzung mehrerer isolierter musikalischer Tonlagen mehrere Nachrichten gleichzeitig senden können sollte, betrieb dies jedoch mit wenig Engagement. 1874 führt Bell akustische Experimente zur Aufzeichnung von Schallwellen durch und benutzt dazu auch das Ohr einer Leiche.

Der prominente Bostoner Rechtsanwalt und gleichzeitige Direktor der "Clarke School for the Deaf" Gardiner Greene Hubbard und der wohlhabende Geschäftsmann Thomans Sanders aus Salem, dessen tauben Sohn George Bell unterrichtete, erfuhren von Bells Experimenten und bewogen ihn, die Entwicklung am Harmonischen Telegraphen voranzutreiben. Die drei unterzeichneten eine Vereinbarung, nach der Bell finanzielle Unterstützung erhielt im Gegenzug für spätere Beteiligung von Hubbard und Sanders an den Erträgen.

Gleichwohl meinte er, das Prinzip für die Übertragung von Tönen für einen Patentantrag beschreiben zu können.Obwohl Bell zufällig entdeckte, dass statt der erwarteten Telegraphen-Impulse auch Tonfolgen übertragen werden können, gelang es ihm nicht, dies zu wiederholen. Zugute kommt ihm dabei, dass das Patentamt einige Jahre zuvor die Anforderung fallen ließ, mit dem Patentantrag ein funktionierendes Modell einzureichen. Am 14. Februar 1876 reicht Bells Anwalt den Patentantrag ein, nur Stunden bevor Elisha Gray gleiches tun konnte.

Es wird auch berichtet, Bell sei in den Besitz von Teilen aus Meuccis Werkstatt gekommen, während dieser im Krankenhaus lag. So wird berichtet, dass Bell bei der späteren praktischen Ausführung einen Flüssigkeits-Übertrager benutzte, den er zuvor nie ausprobiert hatte und in seiner Patentschrifft nicht aufführte, dieser jedoch in Grays Antrag beschrieben war.Mysterien umranken diesen Vorgang. Meucci hatte bereits von 1871 bis 1873 ein vorläufiges Patent angemeldet, konnte jedoch die Mittel für eine Aufrechterhaltung über diesen Zeitpunkt hinaus nicht aufbringen. Meucci beauftragte seinen Anwalt, gegen Bells Vorgehen zu protestieren, was jedoch nie ausgeführt wurde. Spätere Nachforschungen förderten illegale Verbindungen zwischen Angestellten des Patentamtes und Bells Gesellschaft zutage.

Am 10. Eine säure-gefüllte Metalldose ist mit einer Scheibe bedeckt, die einen Draht hält, der in die Säure taucht.Das von Bells sachkundigen Mechaniker Thomas Watson gebaute erste funktionierende Telefon sah den Berichten zufolge merkwürdig aus. Außen an der Metalldose ist ein anderer Draht befestigt, der zum Empfänger-Telefon führt. Ein Hineinbrüllen in einen senkrecht darüber angeordneten Trichter bringt die Scheibe und den Draht zum Schwingen. Durch die Schwingungen verändert sich der Abstand und damit auch der Stromfluß durch Draht und Säure zum Empfängertelefon. Dort werden die Schwankungen des Stromes wieder in gleichartige Membran-Vibrationen umgesetzt, die dann Töne produzieren. März 1876 führte Bell mit seinem Mitarbeiter Watson, der im Nebenraum saß, sein erstes Telefongespräch mit diesem Apparat.

Später verwendet er für das Mikrophon Dosen mit Kohlekörnern und einer federnden Membran nach dem Patent des Engländers Blake.Dieses Telephon war nicht sonderlich gebrauchstauglich, doch Bell verbesserte es bald, indem er sowohl für den Lautsprecher als auch das Mikrophon elektromagnetische Spulen und Permanentmagnete gebraucht. Dennoch dauerte es noch bis 1881, bis das Telefon praktisch einsatzfähig war.




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